interview mit gary hume
Wie lange brauchen Sie für ein Kunstwerk?
Das (Nicola as an orchid) war ein sehr schnelles Bild. Es hat etwa zwei Tage gedauert. Für andere Bilder brauche ich länger. Einige sehen zwar sehr einfach aus, für die brauche ich dann aber schon so ein bis zwei Jahre. Es gibt auch Bilder, die nie zu Ende sind, weil meine Gedanken ja nie zu Ende sind oder ich weiß nicht was ich noch machen soll. Dann werde ich unglücklich. Ich kann mich nicht beruhigen, bis ich wieder glücklich bin. Manchmal brauche ich nur eine Sekunde, um wieder ganz von vorn anzufangen.
Sind Die Werke, die schnell gemalt sind auch die mit den etwas einfacheren Motiven?
Manchmal trifft das zu aber längst nicht immer. Manchmal sind die einfachsten Motive auch die schwierigsten.
Wenn Sie fühlen, dass das Bild nicht so zufrieden stellend ist und es Ihnen nicht gefällt, fangen Sie dann mit einem neuen Bild an oder malen Sie drüber?
Es kommt darauf an: Wenn es daran liegt, dass ich das Bild nicht finden kann, dann bleiben sie. Wenn es aber daran liegt, das ich es ruiniert habe, dann kommen sie entweder in die eine Ecke und ich hoffe, dass ich sie eines Tages finden kann. Und sonst kommen sie schließlich aus der Ecke raus und kommen weg.
Wo würden Sie Ihre Bilder eines Tages mal gerne sehen? Auf was für einer Ausstellung? Was ist überhaupt Ihr Traum?
Ich habe keinen Traum, aber ich wäre sehr erfreut sie in der National Gallery in London neben den Werken aus dem 14. und 16. Jahrhundert zu sehen.
Wie reagiert ihre Familie auf ihren Beruf und ihre Kunst?
Mein 17-Jähriger Sohn ist stolz und nicht nur er, auch meine Mutter und der ganze Rest meiner Familie ist stolz auf mich. Ich habe auch einige meiner eigenen Bilder zuhause hängen.
Was hätten Sie gemacht, wenn es mit der Kunst nicht geklappt hätte?
Ich habe verschiedene Sachen ausprobiert, aber nichts hat mir wirklich Spaß gemacht. Also musste ich einfach Künstler werden.
von Anna Kaplunov, Andrea Brümmer, Katharina Glinka, Johanna Hilfiker
11. Jahrgang, Schillerschule Hannover