Gary Hume live

Bericht über die Pressekonferenz zur Ausstellung von Gary Hume in der Kestnergesellschaft


Am Donnerstag dem 25. November 2004 fand die Pressekonferenz zum Beginn der Ausstellung „Karneval“ von Gary Hume in der Kestnergesellschaft statt. 40 Bilder aus 2003 und 2004 sind in der bislang größten Einzelausstellung des Künstlers in Deutschland vom 26. November 2004 bis 23. Januar 2005 zu sehen. Durch eine Kooperation der Kestnergesellschaft und der Schiller Schule Hannover hatten einige Schüler des 11. Jahrgangs die Gelegenheit an diesem Event teilzunehmen.

Die Konferenz begann um 13 Uhr. Als wir eintrafen waren bereits etliche der Journalisten anwesend. Auf den vorbereiteten Stuhlreihen warteten sie, teilweise mit Kamera und Tonaufnahmegeräten, alle aber mit Block und Stift bewaffnet. Nachdem wir uns in eine Anwesenheitsliste eingetragen und die Pressemappe incl. CD entgegengenommen hatten, schlossen wir uns ihnen an. Etwa in der vierten Reihe, fanden wir Platz.
Um kurz nach ein Uhr traf der Künstler in Begleitung der Kuratorin der Ausstellung – Anne Prenzler – ein. Beiden voran schritt der Direktor der Kestnergesellschaft, Herr Veit Görner, an den Tisch, der den Stuhlreihen gegenüber aufgebaut war.
Nach der Begrüßung der anwesenden Journalisten berichtete Herr Görner einleitend über die jüngsten Ereignisse in der Kestnergesellschaft und über die geplanten Ausstellungen und Aktionen des nächsten Jahres. Außerdem lobte er die Zusammenarbeit mit Studenten, die im so genannten „Labor“ viel Arbeit zum Wohle der Ausstellungen leisten. Dann stellte er den Künstler vor. Er beschreibt den 1962 geborenen Briten als „fast traditionellen Maler“, der gerne einfach das Schöne zeigen möchte ohne durch Provokation aufzufallen. Zum Schluss dankt er den Unterstützern und wirbt für Notizblöcke und Stifte von der Kestnergesellschaft.

Die Ausstellung präsentiert 40 Bilder, die noch nie in der Öffentlichkeit gezeigt wurden. Einige der Werke sind Zeichnungen mit schwarzer Kreide auf ebenfalls mit schwarzer Kreide grundierter Leinwand. Der Großteil der Bilder sind Aluminiumplatten, auf denen mit Lackfarben gemalt wurde. Die Bilder wurden nach Gefühl gehängt, da man sie nicht in Kategorien wie Alter oder Motive sortieren kann. Seine Sujets umfassen abstrakte und gegenständliche Darstellungen wie Blumen, Portraits und Tiere. Durch die teilweise starke Schichtung der Lackfarben sind seine Bilder „flache Skulpturen“, beschreibt die Kuratorin die Werke.
In der Ausstellung befindet sich auch ein Gemälde, das noch einmal das Thema aufgreift, dass Hume berühmt machte. Das minimalistische Gemälde, das die typischen britischen Doppelschwingtüren imitiert, ist ein neues Stück zu seiner Serie „The Doors“. Der rosafarbene linke Flügel und der lilafarbene rechte Flügel sollen „Auseinandersetzung darstellen“, so der Künstler selbst.
Zusätzlich sind zwei Skulpturen von Gary Hume ausgestellt, die zu seiner Bärenserie gehören, denn seit 1993 macht er auch Skulpturen.
Der Name der Ausstellung „Karneval“ soll mit „Verkleidung“, „Maskieren“ und „Verwandlung“ assoziiert werden. Es soll den Inhalt von Humes Bildern wiedergeben, deren Motive sich auch teilweise so verhalten, dass man sie als verwandelt von ihrem Ursprung sehen könnte. Dies erreicht Hume durch seine Spielereien mit Abstraktion und Figuration. Außerdem verbindet man mit dem Karneval auch viele Farben mit starker Leuchtkraft und Fröhlichkeit. Dies ist auf jeden Fall in Humes Bildern wieder zu finden.

Insgesamt war es ein beeindruckendes Erlebnis die Bilder in Natura auf sich wirken zu lassen, da man so einen Eindruck von ihnen bekommt, der so überwältigend auf Papier gar nicht zustande kommt. Somit ist ein Besuch in der Kestnergesellschaft sicherlich lohnenswert.

von Johanna Hilfiker
11. Jahrgang, Schillerschule Hannover

 
 

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